Seelische Schmerzen.
Zu den körperlichen Schmerzen,
die alte Menschen oft aushalten müssen, kommen noch
die seelischen Schmerzen hinzu.
Leistungseinbußen,
Verlusterlebnisse und die verbundenen Ängste
vor der Zukunft sind im hohen Alter unvermeidbar.
Leistungseinbußen:
Nachlassende Sehkraft,
schwindendes Hörvermögen,
wachsende Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu bewahren
und sich ohne fremde Hilfe fortzubewegen, verminderte Geschicklichkeit,
beginnende Inkontinenz und zunehmender Verlust der Gedächtnisleistung
stellen erhebliche Belastungen dar und lassen sehr alte Menschen
zu Recht um ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit
fürchten.
Verlusterlebnisse:
Verlusterlebnisse mehren
sich für alte Menschen über
einen langen Zeitraum von Jahr zu Jahr. Ehepartner, Geschwister,
Freunde sterben. Kinder sterben vor ihren Eltern oder viele
ziehen weit weg und kommen nur selten zu Besuch. Es gibt
immer weniger Zeitzeugen mit denen man gemeinsam in die Vergangenheit
zurückgehen kann. Oft gibt es niemanden mehr, zu dem
man sagen kann: „Erinnerst du dich noch?“. Engere, neue Kontakte
bleiben die Ausnahme. Viele alte Menschen klagen „Ich habe
liebe Menschen nur noch auf dem Friedhof“. Solange sie wenigstens
in ihrer eigenen Wohnung bleiben können, trösten
sie die vertrauten Gegenstände und Erinnerungsstücke,
die sie ihr Leben jahrzehntelang begleitet haben. Diese kleine
Heimat wird zum letzten Hort für Sicherheit und Selbstvertrauen.
Nimmt ihnen das Schicksal auch noch dieses Gut weg, ist der
Schmerz kaum aus zuhalten.
Ängste:
-> Leistungseinbußen und Verlusterlebnisse
schränken
das Ausmaß der Selbstständigkeit immer mehr ein.
Es vergeht fast kein Tag ohne Angst.
-> Angst vor den Alleinsein: „Es
ist niemand da, der mir helfen kann!“.
-> Angst vor einem Sturz: "Wann
wir man mich finden, wenn ich nicht mehr aufstehen kann?“
-> Angst
vor der „Schande“: „Niemand darf wissen, daß ich
Harn verliere! Niemand darf herausfinden, daß ich vieles
vergesse und mich schwer zurechtfinde!“.
-> Angst vor dem Verlust
der Selbstständigkeit: „Ich will
nicht ins Pflegeheim; ich will alleine auf die Toilette gehen;
ich will nicht gefüttert werden!“.
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