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Die historische
Entwicklung des Hospizwesens
►Die Geschichte der Hospize lässt sich auf den Beginn des
Christentums im Römischen Reich zurückverfolgen. Reisenden, Waisen,
Bedürftigen aber auch Kranken und Sterbenden wurde Unterkunft und
Hilfe angeboten. Im 4. Jahrhundert übernahmen christliche Orden die
Leitung dieser Hospize, im Mittelalter bildeten sich sogar eigene
Hospizorden. Die Reformation hatte die Schließung vieler Klöster und
auch Hospize zur Folge.
Vornehmlich im 19. Jahrhundert wurde der Hospizgedanke wieder
aufgegriffen. Madame Jeanne Garnier aus Lyon gründete ein Hospiz, auch
„Calvaire“ genannt und weitere Calvaries folgten in Frankreich. Ihr
wird auch zugeschrieben, das Wort „Hospiz“ zum ersten Mal
ausschließlich mit der Betreuung und Begleitung Sterbender in
Zusammenhang gebracht zu haben.
Das Calvary Hospital in New York wurde 1899 errichtet. In Dublin
eröffneten die „Irisch Systers of Charity“ 1879 das „Our Ladies
Hospice“, im Jahre 1905 folgte das „St. Josephs Hospice“ in London.
Lady Cicely Saunders war von 1948 an sieben Jahre als ehrenamtliche
Krankenschwester im St. Lukas Hospital tätig, das bereits im Jahre
1893 unter dem Namen „St. Lukas Home of the Dying Poor“ gegründet
worden war. Ihre Erlebnisse und Erfahrungen, die sie im St.Lukas
Hospital und später im St. Josephs Hospice sammelte, führten im Jahre
1967 zur Gründung des St. Christophers Hospice. Sie selber schrieb,
dass zu den Ideen und Entwicklungen der klinischen Pharmakologie, der
Strahlentherapie, der Chemotherapie und der Schmerztherapie auch
theologische Auseinandersetzungen mit dem Thema sterbender Patienten
Einfluss auf die Gründung des St. Christophers Hospice genommen
hatten. Die Eröffnung dieses Hospizes wird allgemein als
„Geburtsstunde“ der modernen Palliativmedizin angesehen.
Außergewöhnlich war sicherlich auch, dass schon kurz nach der
Eröffnung dieser Einrichtung im Jahre 1969 erste ambulante
Versorgungsstrukturen in Form eines Hausbetreuungsdienstes aufgebaut
und mit der stationären Arbeit vernetzt wurden. Neben der Betreuung
der Patienten und ihrer Angehörigen, wurde von Beginn an auch die
Notwendigkeit von Forschung und Lehre erkannt.
Ausgehend von dieser Keimzelle wurden in den folgenden Jahren
weltweit weitere höchst unterschiedliche Einrichtungen eröffnet. 1974
nahm in New Haven, Connecticut, ein “home care team” seine Arbeit auf.
Haupt- und ehrenamtliche Helfer betreuten die Patienten ambulant,
eigene Betten standen nicht zur Verfügung.
Ein ausschließlich in einem Krankenhaus tätiger
palliativmedizinischer Konsiliardienst arbeitet seit 1975 am St. Lukas
Hospital in New York. Die Gründung der weltweit ersten
Palliativstation im Jahre 1975 wird dem Royal Victoria Hospital in
Montreal zugeschrieben. An ihr war Balfour
Mount maßgeblich beteiligt. In diesem Zusammenhang führte er
erstmals den Begriff „Palliative care“ als Beschreibung eines
umfassenden Programms zur Betreuung von Patienten mit weit
fortgeschrittenen Erkrankungen ein. Noch im selben Jahr wurde eine
zweite Station am St. Boniface Hospital in Winniepeg eingerichtet.
In vielen Ländern, so unter
anderem auch in Deutschland, kam es zu einer zunehmenden
gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit der Hospizidee. Grosses
Aufsehen erregte dabei das Buch „On Death and Dying“ von der Schweizer
Ärztin Kübler-Ross. Dieses hatte nicht nur Einfluss auf die
öffentliche Diskussion sondern auch auf die medizinische Fachwelt.
Sounders schreibt, dass diese Publikation einen großen Einfluss auf
die Entwicklung ambulanter Hospizdienste in den USA gehabt habe
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