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Einen Sterbenden begleiten.
►Sterbende sind Menschen in einer
ganz besonderen Lebenssituation. Sie brauchen unsere Fürsorge und
Pflege, denn sie sind oft nicht mehr in der Lage, für ihr leibliches
Wohl zu sorgen und sich von Schmerzen und anderen Missempfindungen zu
befreien. Hier haben ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
eine wertvolle Aufgabe diese Menschen in ihrer noch kurzen
verbleibenden Lebenszeit Beistand zu geben.
Was
aber ist mit Begleitung gemeint?
Wir
begleiten im allgemeinen Menschen auf einem Weg, den sie nicht alleine
gehen können. Aber ist ein Sterbender nicht jemand der angekommen ist
– an einer Lebensvernichtenden Krankheit – an seinem Lebensende?
Welchen
Weg könnte er noch gehen, der vielleicht hilflos und bewegungsunfähig
in seinem Bett liegt? Er wird sterben, ob wir an seiner Seite sind
oder nicht. Wir können ihm nicht in den Tod folgen, können ihm das
Sterben nicht abnehmen. Was also können wir für ihn tun, außer für
sein leibliches Wohl zu sorgen, so gut es geht?
Sehen
wir im Sterbenden nur den verlöschenden Organismus, so erscheint die
Idee einer Begleitung tatsächlich unangebracht. Das aber gerade
heutzutage, wo sich der Tod so gut verdrängen lässt, der Ruf nach
einer angemessenen Sterbebegleitung immer lauter wird, zeigt, dass wir
dem Sterben mit dieser Vorstellung nicht gerecht werden. Unser Körper
braucht pflegerische Fürsorge, Begleitung aber braucht unsere Seele
bei der Aufgabe, ihre leibliche Hülle zu verlassen. Das wird vielen
Menschen mehr und mehr bewusst, weil das Sterben immer häufiger ein
Langandauernder Prozess ist, der im Zeitlupentempo die Bedeutung des
Sterbens sichtbar werden lässt.
Wir
dürfen heute das Leben zu Ende leben und haben damit die Chance, den
Tod als Teil unseres Lebens zu erfahren.
Gleichzeitig aber besteht die Gefahr, dass wir uns unser Sterben aus
der Hand nehmen lassen. Statt im Abschied vom Leben zu uns selbst zu
finden, verlieren wir uns und sterben einen fremdbestimmten Tod. Einen
Sterbenden begleiten heißt, ihm zur Seite zu stehen, ihn mit seinen
Ängsten und Verzweiflungen nicht allein zu lassen. Wie er dabei mit
der Wahrheit des Todes umgeht, seine letzten Angelegenheiten regelt
und sich mit dem auseinandersetzt, was nach dem Tod kommt, ist die
Sache des Sterbenden.
Sterbebegleitung richtig verstanden ist der Inbegriff einer auf die
Person konzentrierten Fürsorge, die sich an den Wünschen und
Bedürfnissen des Betreuten orientiert. Das Bestreben dabei soll sein,
ihm die Verantwortung für sein Leben und Sterben nicht aus der Hand zu
nehmen, sondern verträglich zu machen.
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