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Kinderhospizarbeit in
Deutschland.
►Eine
spezielle Form des Hospizwesens ist die Arbeit in einem Kinderhospiz.
In Deutschland sterben jährlich ca. 1.500
Kinder an unheilbaren Krankheiten, davon an Krebserkrankungen ca. 500.
Die Krankheitsbilder sind bei Kindern andere
als bei Erwachsenen. Daher kann sich ihr Aufenthalt in einem Hospiz
über einen längeren Zeitraum, manchmal sogar Jahre, hinziehen.
Wenn ein Kind stirbt, kehrt sich alles um: ein
älterer Mensch hat schon einen größeren Teil des Lebens gelebt, das
Kind dagegen wird das Erwachsensein nie erreichen. Die Eltern fragen
sich: „Warum nicht ich zuerst, sondern mein Kind?“
Der Prozess kann sich über Jahre dahinziehen.
Andere Kinder wachsen heran, das eigene Kind verliert nach und nach
seine Fähigkeiten.
Dies wirkt sich oft auf die Partnerschaft aus
(hohe Scheidungsrate) sowie auch auf die Geschwisterkinder
(Verhaltensauffälligkeit).
Die persönlichen Kräfte werden oft durch
extrem aufwendige, lang andauernde Pflege, sowie ständige
Auseinadersetzung mit Krankheit, Sterben, Tod und Trauer überfordert.
Die Familie wird zunehmende sozialisoliert, da
sich das Leben immer mehr auf das kranke Kind (die kranken Kinder)
konzentriert.
Zur Unterstützung dieser todkranken Kinder
und ihrer Angehörigen sind die Kinderhospize da.
Der Deutsche Kinderhospizverein (Gründung
1990) ist die Organisation, die den Begriff Kinderhospizarbeit in
Deutschland eingeführt und bekannt gemacht hat. Lange Zeit war es auch
die einzige Organisation. Nach vielen Jahren intensiver Arbeit des
Vereins wurde 1998 das erste stationäre Kinderhospiz in Deutschland,
das „Haus Balthasar“ in Olpe, eröffnet. Lange Zeit blieb es die
einzige Einrichtung. Die Idee dazu stammt aus England, dem Mutterland
der Kinderhospize. Dort wurde 1982 in Oxford das „Helen House“
gegründet, das erste Kinderhospiz der Welt. Mittlerweile gibt es in
England 19 Kinderhospize.
Inzwischen hat sich auch bei uns in
Deutschland die Situation geändert. Seit kurzem gibt es – sowohl im
ambulanten als auch im stationären Bereich weitere Angebote. Der
Deutsche Kinderhospizverein hat die Initiative ergriffen und im Jahr
2000 begonnen, Gespräche mit Organisationen aus Berlin und Bremen zu
führen, die beide stationäre Einrichtungen eröffnen werden und sich
dabei sehr an dem „Haus Balthasar“ orientieren. Im November 2001 wurde
dieser Kreis erweitert und man lud bundesweit alle Organisationen, die
sich mit der Kinderhospizarbeit befassen, zu einem Treffen ein.
Im September 2002 fand dann die Gründung des
Bundesverbandes Kinderhospiz als bundesweite Organisation statt. Die
Geschäftsstelle ist beim Deutschen Kinderhospizverein, der sein
Personal und Büro dafür zur Verfügung stellt, angesiedelt.
Zu den Mitgliedern des Bundesverbandes
Kinderhospiz zählen folgende Organisationen:
Zwei stationäre Kinderhospize und zwar das
„Haus Balthasar“ in Olpe (Sauerland) und das „Haus Arche Noah“ in
Gelsenkirchen.
Sechs stationäre Einrichtungen, die zum Teil
noch in der Planung sind. Drei davon befinden sich bereits im (Um-)
Bau, und zwar die Häuser „Löwenherz“ bei Bremen, „Sonnenhof“ in
Berlin, „Sternenbrücke“ in Hamburg. Alle sollen bis Dezember 2003 in
Betrieb sein. Außerdem sind die Kinderhospize „Allgäu“ in Memmingen,
„Regenbodenland“ in Düsseldorf und “Frohe Zukunft“ in Nordhausen
geplant.
Fünf ambulante Kinderhospizdienste in
Kirchheim/Teck, Cuxhaven, Gröbenzell, Berlin und Wegberg.
Verschiedene Initiativen, die sich für
Kinderhospizarbeit engagieren und sich noch im Aufbau befinden.
„P A T E“, ein Forschungsprojekt an der
Vestischen Kinderklinik Datteln, das sich mit Schmerzforschung und
Symptomkontrolle bei Krebskranken Kindern beschäftigt.
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