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Die Entwicklung des
Hospizwesens in Deutschland
Obwohl es schon in den 60er Jahren erste Kontakte deutscher Ärzte und
Theologen zur englischen Hospizbewegung gab, konnten die Ideen in
Deutschland nur vereinzelt umgesetzt werden. Dies geschah z.B. am
Paul-Lechner-Krankenhaus in Tübingen, wo schon sehr früh Elemente der
Schmerztherapie, Symptomkontrolle, Sterbebegleitung und
Angehörigenbetreuung in die tägliche Arbeit integriert wurden. Durch
einen Dokumentarfilm (noch 16 Tage..... eine Sterbeklinik in London)
von Pater Reinhold Iblacher wurde die englische Hospizbewegung und
das St. Christophers Hospice erstmals 1971 einer breiten
Öffentlichkeit in Deutschland bekannt. Doch führte die unglückliche
Wahl des Titels dazu, dass die Bezeichnung „Sterbeklinik“ mit dem
Begriff in direkten Zusammenhang gebracht wurde.
Erst im Jahre 1983 wurde mit Unterstützung der Deutschen Krebshilfe
an der Chirurgischen Universitätsklinik Köln die erste deutsche
„Station für Palliative Therapie“ eröffnet. Bei der Planung der
ursprünglich 5 Betten umfassenden Station wurde ausdrücklich auf
Erfahrungen des St. Christophers Hospice in London Bezug genommen.
Auch hier folgte schon ein Jahr später die Einrichtung eines
Hausbetreuungsdienstes.
Das erste Hospiz „Haus Horn“ nahm 1986 in Aachen seine Arbeit auf. Im
Gegensatz zu angelsächsischen Empfehlungen übernahm dort nicht ein
Arzt sondern ein Geistlicher die Leitung des Hauses. Die medizinische
Betreuung der Patienten erfolgte in deutschen Hospizen in der Regel
durch die Hausärzte. Dieses ist auch heutzutage noch überwiegend der
Fall. Zunehmend engagierten sich auch Vereine und Initiativen im
ambulanten Bereich und sorgten so dafür, dass die Hospizidee eine
immer größere Verbreitung und auch Akzeptanz fand.
1991 wurden erstmalig vom Bundesministerium für Gesundheit im Rahmen
eines Modellprojektes Palliativstationen unterstützt. Damit sollten
Möglichkeiten gefunden werden, die Versorgung terminaler
Krebspatienten zu verbessern. Nach dem Auslaufen der Förderung konnten
die meisten Einrichtungen mit unterschiedlichen Finanzierungskonzepten
weitergeführt werden. Auf die Initiative von D. Zech wurde 1993
erstmalig eine umfassende Bestandsaufnahme der bestehenden
palliativmedizinischen Strukturen vorgenommen. Auch hierzu gab es
schon entsprechende Vorbilder aus Großbritannien, aber auch aus
Kanada. Es sollten mit diesem Verzeichnis nicht nur Adressen gesammelt
werden sondern auch Daten erhoben werden, die Aussagen zur Qualität
der angebotenen Leistungen erlauben. In den folgenden Jahren wurde
diese Erhebung regelmäßig wiederholt und weitere Daten zur Struktur
und Qualität der stationären und der ambulanten palliativmedizinischen
Versorgung gewonnen.
Die im Dezember 1993 in der Bundesrepublik existierenden 32
stationären Einrichtungen verfügten über insgesamt 297 Betten. Sie
befanden sich in 11 stationären Hospizen und 21 Palliativstationen. Im
April 1999 standen in 114 Einrichtungen (50 Palliativstationen, 64
stationären Hospizen) 989 Betten und 38 Tagesplätze zur Verfügung. Bei
weiteren 20 Einrichtungen (7 Palliativstationen, 13 Hospizen) mit ca.
120 Betten stand die Eröffnung unmittelbar bevor. Im Jahr vor der
Erhebung wurden im stationären Bereich mehr als 10 000 Patienten
betreut.
1993 gab es 81 ambulante Dienste. Diese Zahl steigerte sich bis zum
Jahr 1999 auf zuletzt 582. Entsprechend stieg auch die Zahl der durch
ambulante Dienste betreuten Patienten kontinuierlich an. 1998 waren es
schon mehr als 22 000 Patienten.
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