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Das Erleben des Sterben
müssen.
►Jeder Mensch stirbt auf seine
eigene Weise. Was das Sterben für den Menschen so schwer macht, ist
die Tatsache, dass er als das einzige Lebewesen um sein Sterben weiß.
Er kann seine Zukunft und damit auch seinen Tod innerlich
vorwegnehmen. Das löst in ihm viele Ängste und Zweifel aus, gibt ihm
aber auch die Freiheit, seine Zukunft zu gestalten, d.h. an ihr zu
wachsen oder zu scheitern. Der Tod wird auf diese Weise zu der letzten
großen Herausforderung des Lebens. Wie der einzelne damit fertig wird,
hängt von seinen Lebenserfahrungen ab und den Bewältigungsstrategien,
die er im Laufe seines Lebens erworben hat und nicht zuletzt von dem
Beistand, den er durch Angehörige und Helfer erfährt. Das alles macht
das Besondere seines Sterbeprozesses aus. Dieses Besondere und
Einmalige wird erst richtig sichtbar vor dem Hintergrund allgemeiner
Gesetzmäßigkeiten, die den Sterbeprozess auch für andere Menschen
erfühlbar und verstehbar macht.
Sterben
bedeutet Abschied nehmen, loslassen, sich trennen – vom eigenen Körper
(der sterblichen Hülle) und den Menschen, die einem nahe stehen.
Es ist
somit eine Verlusterfahrung und löst Emotionen und
Bewältigungsversuche aus, wie jeder sie aus eigenen Erfahrungen kennt.
Der Sterbeprozess als inneres Geschehen beginnt in dem Augenblick, wo
der Betroffene von seinem bevorstehenden Tod zu wissen beginnt und
sein Leben zu Ende gehen sieht. 6)
Es
bedeutet nicht soviel
wie man geboren wurde.
Es hat aber unendlich viel zu bedeuten
wie man stirbt.
Soren Kierkegaard
Persönlicher Erfahrungsaustausch
mit Frau Gorgass, Herrn Sommelik und Herrn Bliefernicht, die in einem
ambulanten Hospizdienst oder stationären Hospiz arbeiten.
Siehe die
folgenden Seiten.
6.) Hirsch, Anne-Maria
/ Psychologie für Altenpflege Bd. 1/ Probleme des Alters / Urban und
Vogel, München 2001, Seite 157 - 158
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