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Wenn die Zeit knapp wird.
Eine Hilfe für Angehörige Sterbender.

.. was geschieht in der Sterbezeit eines Menschen, die so etwas einmaliges sein wird, etwas unwiederholbares und nicht etwas allgemeines. Was passiert in dieser Zeit, die es jeweils nur einmal gibt. (1)

Als ausgebildete Altenpflegerin sind mir Sterben, Tod und Abschied nehmen nicht fremd, sondern ständig gegenwärtig. Auf Grund meiner langjährigen Berufserfahrung durfte ich schon viele alte Menschen bis an die Schwelle ihres Todes begleiten. Meine Erfahrungen am Sterbebett und die Teilnahme an Fachweiterbildungen, Seminaren und Tagungen möchte ich zum Anlaß nehmen, anderen Menschen diese weiter zu geben.

Ich erlebe oft, daß die Besuche der Angehörigen, wenn die Sterbezeit eines nahestehenden Menschen begonnen hat, seltener werden oder ganz ausbleiben - bis es vorbei ist. Die Zeit des Sterbens ist auch eine sehr schwere Zeit für Sie als Angehörige. Sie befinden sich in einer absoluten Ausnahmesituation. Auf der einen Seite müssen Sie für immer Abschied nehmen von einem Menschen, der Ihnen vielleicht mal sehr viel bedeutete, auf der anderen Seite werden auch Sie unausweichlich mit Ihrer eigenen Sterblichkeit konfrontiert. Dies löst Ängste und Hilflosigkeit aus. Wir Menschen flüchten dann in Abwehrmechanismen z.B. die Verdrängung und Verleugnung


Verdrängung des Todes

Wenn auch das Bedürfnis nach einem Sterben in Würde und Gemeinschaft für den einzelnen Menschen von entscheidender Bedeutung ist, so werden doch die Gewißheit des Todes und die Realität des Sterbens immer noch weitgehend ausgegrenzt. Die Entwicklung der Medizin und die damit einhergehende höhere Lebenserwartung macht es uns relativ leicht, den Tod zu verdrängen.

Im Gegensatz zu früheren Generationen vergehen heute durchschnittlich 15-20 Jahre ohne daß ein Angehöriger stirbt. Früher gehörten das Miterleben des Sterbens und der Anblick eines toten Menschen noch zu den existentiellen Erfahrungen, die Kinder zu Hause machen konnten.

iese direkte Auseinandersetzung fehlt heute vielen Menschen. Krankheit, Sterben und Tod, Gefühle der Hilflosigkeit und der Trauer sind auch schwer zu ertragen in einer Gesellschaft, die auf Wachstum, Leistungsoptimierung und Funktionalität ausgerichtet ist. Mit der Verdrängung des Todes aus dem Leben wird gleichzeitig der sterbende Mensch selbst an den Rand gedrängt, werden Angehörige in der Begleitung und schließlich in der Trauer allein gelassen. Sterben bedeutet daher heute oft Vereinsamung, Isolation und Ausgrenzung. (2)

(1) - Rest, Franco / Sterbebeistand, Sterbebegleitung, Sterbegeleit. Verlag Weg Kohlhammer - Stuttgart/Berlin/Köln 1998, Seite 230
(2) - •  http://www.skfm.de/fachart/f_971_1.htm

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